Benutzungsregeln

Für die Kindertagesstätte der Ev.-luth. Stifts-Kirchengemeinde in Wunstorf

1. Allgemeine Aufgaben der Kindertagesstätte

Die Kindertagesstättenarbeit der Kirchengemeinde ist im Auftrag der Kirche begründet. Sie versteht sich als Verkündigung und Diakonie für Kinder. Das Angebot der Kirchengemeinde orientiert sich an einem vom christlichen Glauben geprägten Verständnis von Mensch und Welt.
Kindern wird in der evangelischen Tagesstätte die Möglichkeit gegeben, vor dem Hintergrund ihrer eigenen familiären Lebenserfahrung und einem neuen bzw. anderen Lebensraum, den sie sich mit Eintritt in die Kindertagesstätte erschließen, ihr Kindsein mit seinen Bedürfnissen leben zu können. Dazu gehört, dass sie auch in diesem neuen Lebensraum ihre Erfahrungen und Mög-lichkeiten erweitern, wachsen und reifen lassen können. Das Erleben von Gemeinschaft in der Gruppe der Tagesstätte und das Gestalten von gemeinsamer Zeit mit Gleichaltrigen gehört zu diesen Erfahrungen und Möglichkeiten, die die evangelische Tagesstätte den Kindern bieten möchte.
Die Aufgaben, Kinder zu betreuen, sie zu erziehen und zu bilden, sind nicht voneinander zu trennen und liegen zuerst in der Verantwortung der Eltern. Die Kindertagesstättenarbeit der Kirchengemeinde ergänzt das Elternhaus in der Verantwortung für die Erziehung der Kinder. Die Tagesstätte übernimmt unterstützend diese Aufgabe auf der Grundlage ihrer Konzeption. Eine Zusammenarbeit mit den Eltern ist deshalb unerlässlich und setzt gegenseitige Information voraus.
Dieses Verständnis voraussetzend, sorgt die Kirchengemeinde für eine fachgerechte Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder nach den gesetzlichen Bestimmungen.

2. Gruppenangebot

In Tagesstätten für Kinder kann es verschiedene Formen des Zusammenlebens geben. In der Einrichtung unserer Kirchengemeinde nehmen wir Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren auf, zusätzlich in der Familiengruppe begrenzt auch Kinder von 2-10 Jahren.
In der Einrichtung bestehen zur Zeit folgende Gruppen:

  • 3 Vormittagsgruppen
  • 1 Familiengruppe
  • 1 Hortgruppe

Kinder der Familiengruppe müssen in der Regel am Mittagessen teilnehmen.

3. Aufnahme des Kindes

Die Aufnahme des Kindes erfolgt auf der Grundlage von Kriterien, die der Träger festlegt.
Kinder mit Behinderungen können nach den gesetzlichen Bestimmungen nur aufgenommen werden, wenn die Einrichtung die räumlichen, sachlichen und personellen Voraussetzungen bietet und Personensorgeberechtigte des behinderten Kindes, der Träger und das Mitarbeiterteam in der Auffassung übereinstimmen, dass das Kind seinen Bedürfnissen entsprechend in der Tagesstätte betreut, erzogen und gebildet werden kann.
Die Personensorgeberechtigten richten ihre schriftliche Anmeldung an die Leitung der Kindertagesstätte. Die Leitung entscheidet im Einvernehmen mit dem Träger über die Aufnahme eines Kindes in die Einrichtung. Die Entscheidung wird den Personensorgeberechtigten schriftlich mitgeteilt. Bei Nichtaufnahme kann das Kind auf Wunsch der Personensorgeberechtigten in die Warteliste aufgenommen werden.
Spätestens bei Aufnahme des Kindes sind vorzulegen:

  1. der unterschriebene Betreuungsvertrag,
  2. Benennung der zur Abholung berechtigten Personen.

4. Öffnungszeiten

Die Einrichtung ist von Montag bis Freitag geöffnet. Die derzeitigen Öffnungszeiten sind:

  • Sonderöffnungszeit von 7:30 Uhr bis 8:00 Uhr
  • Vormittagsgruppen von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr
  • Sonderöffnungszeit von 12:00 Uhr bis 12:30 Uhr
  • Sonderöffnungszeit von 12:30 Uhr bis 13:00 Uhr
  • Familiengruppe von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Die allgemeinen Öffnungszeiten, Ferientermine und Schließungen an Studientagen und sonstigen Tagen werden durch den Träger festgelegt und den Personensorgeberechtigten rechtzeitig mitgeteilt. Der Träger ist berechtigt, die Einrichtung bei Krankheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitweilig zu schließen, falls Aufsicht und Betreuung der Kinder nicht ausreichend gewährleistet werden können; sowie bei ansteckenden Krankheiten oder aus anderen zwingenden dienstlichen Gründen. Die Personensorgeberechtigten werden über den Grund und die voraussichtliche Dauer der zeitweiligen Schließung so schnell wie möglich benachrichtigt.
Der Träger ist berechtigt, die Öffnungszeiten nach Bedarf zu verändern.

5. Aufsicht

Die Aufsichtspflicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstreckt sich auf die Zeit des Aufenthaltes der Kinder in der Einrichtung, einschließlich der Ausflüge, Spaziergänge, Besichtigungen u. a. Sie beginnt mit der Übernahme des Kindes durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und endet mit der Übergabe des Kindes an die Personensorgeberechtigten oder ihre Beauftragten. Für den Weg zur Einrichtung und den Rückweg sind die Personensorgeberechtigten verantwortlich.
Sollen andere Personen als die Personensorgeberechtigten das Kind abholen oder soll das Kind allein nach Hause gehen, ist eine schriftliche Erklärung erforderlich; telefonische Benachrichtigungen sind nicht ausreichend. Für den Fall, dass Geschwister das Kind abholen sollen, halten wir es grundsätzlich für erforderlich, dass diese mindestens das 10. Lebensjahr vollendet haben. Auch bei entsprechender schriftlicher Erklärung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagesstätte verpflichtet zu prüfen, ob die damit verbundene Entscheidung im Einzelfall, etwa bei Bestehen von besonderen Gefahren, verantwortet werden kann.

6. Versicherung

Die Kinder in der Kindertagesstätte sind nach § 2 Abs 1 Nr. 8a Sozialgesetzbuch SGB VII bei Unfall versichert:

  • auf direktem Wege zur und von der Kindertagesstätte
  • während des Aufenthaltes in der Kindertagesstätte und
  • während aller Veranstaltungen der Kindertagesstätte außerhalb ihres Grundstückes (Spaziergänge, Feste und dergleichen).

Der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung besteht nur für Personenschäden, nicht für Sachschäden oder Gewährung von Schmerzensgeld.
Alle Unfälle, die auf dem Wege von der und zur Einrichtung eintreten und eine ärztliche Behandlung zur Folge haben, sind der Leitung der Einrichtung unverzüglich zu melden, damit eine Schadensregulierung eingeleitet werden kann. Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung besteht für alle Kinder, die in Tageseinrichtungen nach § 45 SGB VIII einer Betriebserlaubnis bedürfen, betreut werden.
Eine persönliche Haftpflichtversicherung durch die Tagesstätte ist nicht gegeben. Für Garderobe und persönliche Gegenstände der Kinder übernimmt der Träger bei Verlust oder Beschädigung grundsätzlich keine Haftung. Den Eltern wird empfohlen, sich über die Möglichkeit einer persönlichen Haftpflichtversicherung zu informieren.

7. Krankheitsfälle

In der Tagesstätte für Kinder können akut kranke und fiebrige Kinder nicht betreut werden. Sie dürfen für die Dauer ihrer Krankheit die Kindertagesstätte nicht besuchen. Bei Erkrankungen des Kindes oder eines Familienangehörigen an einer übertragbaren Krankheit nach §34 Infektionsschutzgesetz oder anderen ernsthaften Erkrankungen, hat der Sorgeberechtigte die Leitung unverzüglich zu informieren. Gleiches gilt, wenn in der Lebensgemeinschaft des Kindes ansteckende Erkrankungen auftreten. Die Personensorgeberechtigten werden durch ein Merkblatt informiert. Nach der Erkrankung darf das Kind die Tageseinrichtung für Kinder erst wieder besuchen, wenn durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen wird, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht und eine Gefahr für die Gesundheit des Kindes oder anderer Kinder ausgeschlossen ist.
Bei berechtigten Zweifeln an der Gesundheit des Kindes, einer Weigerung der Personensorgeberechtigten, das Kind ärztlich untersuchen zu lassen, oder einer Gefährdung der Gesundheit des Kindes oder anderer Kinder, ist die Leitung berechtigt, das Kind von der Betreuung auszuschließen, bis eine Klärung erfolgt ist.
Medikamente werden in den Tageseinrichtungen für Kinder grundsätzlich nicht verabreicht. Nur in besonderen, unumgänglichen Einzelfällen(z.B. bei chronischen Erkrankungen, Anfallsleiden oder Notfallversorgung) können Medikamente verabreicht werden. Diese ist im Einzelfall mit den Personensorgeberechtigten gesondert und handschriftlich zu vereinbaren. In diesen Fällen werden Medikamente nur mit ärztlicher Bescheinigung und in Absprache mit dem Arzt verabreicht. Die Medikamente sind persönlich an die Erzieherin zu übergeben und müssen mit dem Namen des Kindes und genauer Dosierung versehen sein. Die Erzieherin kann eine Verabreichung ablehnen.

8. Elternbeitrag

Der Elternbeitrag wird jeweils zum 15. eines jeden Monats durch das Kirchenkreisamt des Kirchenkreises Neustadt - Wunstorf, Marktstr. 34, 31535 Neustadt a. Rbge., im Abbuchungsverfahren erhoben.
Die aktuellen Beiträge sind dem Betreuungsvertrag zu entnehmen bzw. im Aushang zu ersehen.
Der Elternbeitrag ist während des gesamten Kindergartenjahres (1. August bis 31. Juli), also auch in den Ferien und während Krankheitszeiten zu entrichten. Die in den Ziffern 4 und 7 genannten Schließ- und Fehlzeiten befreien nicht von der Beitragspflicht.
Der monatliche Elternbeitrag wird vom Träger festgelegt. Dabei werden ggf. Regelungen berücksichtigt, die zwischen dem Träger und der politischen Gemeinde getroffen wurden. Der Träger kann den Elternbeitrag durch schriftliche Erklärung gegenüber den Personensorgeberechtigten jederzeit neu festsetzen, insbesondere wegen allgemeiner Kostensteigerungen oder auf Grund von Vereinbarungen auf kommunaler Ebene. Änderungen des Elternbeitrages hat der Träger spätestens 4 Wochen vor dem Wirksamwerden bekannt zu geben.
Die beitragspflichtigen Eltern bzw. Personensorgeberechtigten erklären sich mit diesem Beitragsfestsetzungsverfahren durch Unterzeichnung des Betreuungsvertrages einverstanden.
Wer aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage ist, den Elternbeitrag zu zahlen, kann beim örtlichen Sozialamt einen Antrag auf Übernahme des Elternbeitrages stellen.
Die Kosten für das Mittagessen in der Tagesstätte sind nicht in dem Elternbeitrag enthalten. Der Betrag für das Mittagessen wird monatlich zusätzlich auch im Abbuchungsverfahren erhoben.
Nebenkosten, die nicht im Beitrag enthalten sind (z.B. für Ausflüge, Getränke, besondere Veranstaltungen) werden mit den Eltern abgesprochen und vor der Veranstaltung eingesammelt.

9. Kündigung

Eine Kündigung kann nur schriftlich mit einer Frist von 6 Wochen zum Monatsende erfolgen. Eine Kündigung des Betreuungsvertrages zu einem Termin, der in den Zeitraum vom 1. April bis 31. Juli fällt, ist nur zum Ende des Kindergartenjahres möglich, auch wenn die Kündigung mit einer 6 Wochenfrist vor dem 1. April ausgesprochen worden ist.
Bei Nichteinhaltung der Frist wird die Kündigung erst zum nächsten Termin wirksam.
Im gegenseitigen Einvernehmen kann in begründeten Ausnahmefällen auf die Einhaltung einer Kündigungsfrist verzichtet werden.
Der Elternbeitrag ist solange zu entrichten, bis die Kündigung wirksam wird.

10. Kündigung aus besonderem Anlass

Der Träger der Tagesstätte kann den Betreuungsvertrag fristlos kündigen, wenn

  • die Personensorgeberechtigten trotz vorheriger schriftlicher Mahnung ihren Verpflichtungen aus dem Betreuungsvertrag nicht oder nicht vollständig nachkommen,
  • die Personensorgeberechtigten mit der Zahlung des Elternbeitrages für mehr als zwei Monate ganz oder teilweise in Verzug geraten,
  • das Kind besonderer Hilfe bedarf, die die Tagesstätte trotz erheblicher Bemühungen nicht leisten kann.
  • Ein wichtiger Grund hierfür vorliegt (z.B. das Vertrauensverhältnis zwischen den pädagogischen Fachkräften der Einrichtung und den Personensorgeberechtigten erheblich gestört ist und insoweit eine Zusammenarbeit mit den Personensorgeberechtigten nicht mehr möglich ist).

11. Datenschutz

Die Erhebung der personenbezogenen Daten sowie deren Verarbeitung und Nutzung richten sich nach dem Kirchengesetz über den Datenschutz (DSG-EKD), insbesondere nach § 27 Abs. 3 in Verbindung mit §§ 61 bis 68 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG/SGB VIII) in den jeweils geltenden Fassungen.

12. Betreuungsvertrag

Die vorstehenden, "Allgemeinen Benutzungsregelungen" werden Bestandteil des Betreuungsvertrages, der zwischen den Personensorgeberechtigten und dem Träger der Tagesstätte spätestens am Tage der Aufnahme des Kindes von beiden Seiten unterschrieben sein muss.

13. Inkrafttreten

Die Allgemeinen Benutzungsregelungen treten mit Wirkung vom 1. August 2005 in Kraft und lösen die bisherigen Regelungen ab.

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